Das Bauhaus bestand nur 14 Jahre, als „Staatliches Bauhaus“ in Weimar, als „Hochschule für Gestaltung“ in Dessau und als private Lehranstalt in Berlin und hat mit seinen bahnbrechenden Ideen die Architektur eines ganzes Jahrhunderts beeinflusst. Seine Entwürfe, Bauten, Möbel, Stoffe, Farben, etc. sind auch heute noch zeitlos schön, z.B. die Weißenhofsiedlung in Stuttgart von Mies van der Rohe, das Fagus-Werk in Alfeld-Hannover von Walter Gropius und Adolf Meyer oder die Wagenfeld-Lampe. In meinen Augen hat keine andere „Bewegung“ je wieder einen so starken Einfluss auf die Gestaltung unserer Umwelt genommen. Was in meinen Augen als Architektin und Unternehmensberaterin besonders interessant erscheint, ist neben dem „Was“ auch das „Wie“. Es wurde damals sehr viel mehr als heute disziplinübergreifend gearbeitet. So wurden z.B. die kreativen Entwürfe der Stoffe in den Werkstätten gleich am Webstuhl umgesetzt. Diese Art zu arbeiten, d.h. die Ideen mit den anderen Disziplinen sowie der Ausführung eng zu verknüpfen würde ich mir auch heute manchmal noch wünschen. Mit einem engeren, durchaus auch streitbaren, miteinander könnten wir uns in meinen Augen viele Probleme des heutigen Bauens ersparen.

Allerdings hatte das Bauhaus auch seine Schattenseiten, denn Frauen waren dort nicht gerne gesehen, ja sogar zum Teil „amtlich“ ausgeschlossen. Es bedurfte schon einiger sehr beherzter und äußerst mutiger Frauen wie z.B. Lotte Brendel oder Marianne Brandt, die sich trotzdem dort platzierten und unter widrigsten Bedingungen „mitmischten“ – Hut ab kann ich dazu nur sagen! (Das Erste hat dazu einen sehr guten Film aufgelegt: „Lotte am Bauhaus“, https://www.youtube.com/watch?v=SQhN9WpT1ns).

In diesem Jahr werden unter der Überschrift „Bauhaus 100“ deutschlandweit unzählige Veranstaltungen stattfinden. So wurde z.B. das Bauhausmuseum in Weimar am 5. April eingeweiht und in Hamburg wird am 9. Mai die Ausstellung Bauhaus in Hamburg in der Akademie der Künste eröffnet.

 

 

 


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