„BIM ist ein Zug, der rollt“ heißt es in einem Bericht der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. In verschiedenen Einstiegsseminaren (nach dem BIM Standard Deutscher Architektenkammern gem. VDI-Richtlinie VDI 2552 Blatt 8.1.) informieren sich Architekten seit 2017 in den Akademien der Landesarchitektenkammern bundeseinheitlich über BIM.
BIM ist in der Planung nicht mehr weg zu denken meint man daraus zu schließen. Ich denke allerdings, dass der Weg für viele Architekten und Ingenieure noch sehr weit sein wird. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als Mitte der 80iger Jahre erste Büros begannen, mit CAD zu zeichnen. CAD wurde damals von vielen Architekten noch sehr kritisch beäugt und setzte sich nur sehr langsam durch. Heute ist der Einsatz von Computer-aided Design selbst im kleinsten Büro selbstverständlich geworden.

Diesen Weg wird BIM „hoffentlich“ auch gehen, denn aufgrund des relativ hohen Kosten- und vor allem Zeitaufwandes besteht heute noch mehr als damals die Gefahr, dass sich kleinere Büros diese Investitionen nicht werden leisten können (oder wollen) und somit von vornherein Abstand davon nehmen. Der Einsatz von BIM wird aktuell besonders von den größeren Baukonzernen vorangetrieben, denn angeblich sind im Bausektor durch eine Perfektionierung der Planung bis zu 10 Milliarden Euro jährlich zu „gewinnen“. Als ich mich neulich mit der Innovation-Managerin eines großen Baukonzerns unterhielt und sie zum Thema BIM befragte meinte sie nur „Nein, das zählt nicht zu den Themen, mit denen wir uns beschäftigen, denn das ist in unseren Projekten ja schon Standard“.

Die Möglichkeiten, die BIM mittlerweile bietet werden immer ausgereifter, auch wenn die Softwareindustrie immer etwas mehr verspricht als in der Realität dann tatsächlich umsetzbar ist.
So wurden auf der Messe BAU 2019 verbesserte Schnittstellen zur Mengenermittlung und zur Kostenplanung vorgestellt und auch die Rendering-Darstellungsmöglichkeiten wurden erweitert.
Die Software ist aber nicht alles, denn was in meinen Augen entscheidend sein wird, sind die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen planenden und bauenden Gewerken.

Hier wird immer noch das meiste Geld verbrannt – in endlosen nicht zielführenden Diskussionen wird eher darüber debattiert, wer für den Fehler verantwortlich ist statt gemeinsam nach kreativen Lösungen zu suchen. New Work sieht anders aus. Hier zählt das miteinander, der wertschätzende Umgang, die Fähigkeit zu kommunizieren und das gegenseitige Verständnis als gesamtes planendes Team. Das klingt jetzt vielleicht nach Heidis Märchenstunde, aber ich bin fest davon überzeugt, dass das unsere Zukunft sein muss. Und ich sehe es als meine Aufgabe, Planungsteams dabei zu unterstützen, diese Arbeitsszenarien zu ermöglichen.